Eine buddhistische Lebensweise basierend auf der Kômyô-Lehre des Yamazaki Bennei (1859-1920).
Yamazakis Kômyô-Lehre und Shinsei-Lehre kann man als Erweiterung von Hônens (1133-1212) Sicht auf Amida Buddha und als Anpassung von Hônens Lehre an unsere moderne Zeit bezeichnen.
Yamazaki Bennei war ein buddhistischer Priester der Jôdo Shû („Schule des Reinen Landes“), der mit seiner Kômyô-Lehre – „Lehre vom Lichtglanz [Amida Buddhas]“ – eine eigene Kosmologie und Lebensart begründete, die eine einzigartige Verbindung von Buddhismus, Naturwissenschaft und Christentum darstellte. Dabei ging er über die naturwissenschaftlich-materialistische Weltanschauung hinaus, indem er die Naturgesetze des Universums als spirituelles Objekt der Verehrung betrachtete – die „Dharma-Verkörperung“ Buddhas.
Zwar können wir die physikalischen Phänomene des Weltalls mitsamt dem Urknall bis zu einem Punkt wissenschaftlich belegen und nachvollziehen, aber am Ende bleibt doch immer die Frage: „worin liegt der Ursprung der kosmischen Ordnung und welche Wirkungskraft motiviert das Universum, nach den Naturgesetzen zu funktionieren?“, und wir kommen an die Grenze des „nicht-messbaren“.
„Nicht-messbar“ bzw. wörtlich „nicht gemessen“ heisst im Sanskrit „a-mita“.
In der Jôdo Shû wie in Yamazakis Kômyô-Lehre steht „a-mita“ im Zentrum der buddhistischen Verehrung: als Amita-yus („unermessliches Leben“), Amita-bha („unermessliches Licht“) oder auf Japanisch als Amida bezeichnet es den/die ursprüngliche/n Buddha, aus dem/der alle anderen Buddhas hervorgegangen sind. Für Yamazaki ist Amida als Verkörperung der Naturgesetze sowohl Vater als auch Mutter aller Lebewesen auf geistiger Ebene. Nach seiner Lehre manifestiert sich die Weisheit der universellen Naturgesetze in unserer Welt in der Liebe und im Mitgefühl, das unser alltägliches Miteinander beherrschen sollte.
comyo stellt die an unsere heutige, europäische Lebenswelt angepasste Variante der Kômyô-Lehre und -Praxis dar.