LEBEN

Yamazaki Bennei (1859~1920) wurde im Februar 1859 in der Präfektur Chiba in Japan geboren. Sein Kindheitsname ist Keinosuke. Sein Vater war ein leidenschaftlicher Nenbutsu-Praktizierender und hatte die Gewohnheit, täglich 3.000 Nenbutsu zu rezitieren (= das „Namu Amida Butsu“ zu sprechen). Auch seine Mutter sprach unter dem Einfluss ihres Mannes Kahei und ihrer Großmutter Tefu oft das Nenbutsu. Daraus kann man leicht schließen, dass diese Kindheitserfahrungen die Grundlage für Yamazakis religiöse Erfahrung bildeten. In seinen späteren Jahren erzählte er, dass er im Alter von zwölf Jahren zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche (Higan) die Gesichter der Buddha-Trinität (Amida Buddha mit Seishi und Kannon) in der Luft sah. Unter diesem Gesichtspunkt ist es wahrscheinlich, dass er schon in jungen Jahren ein starkes Interesse am Buddhismus hatte und dass dieses Bewusstsein mystische Erfahrungen hervorbrachte. Er begeisterte sich auch für das Lernen und Studieren und widmete sich in seiner Freizeit dem Lernen, während er seinem Vater in der Landwirtschaft half. Er beschränkte sich nicht nur auf chinesische Bücher, sondern besuchte auch den nahe gelegenen Jôdo-Shû-Tempel Iôji und den Shingon-Tempel Zenryûji, um sich mit der buddhistischen Kalligraphie vertraut zu machen. Nach einer solchen Kindheit und Jugend wurde sein Wunsch, ordiniert zu werden, immer stärker, und im November 1880 wurde er im Alter von 21 Jahren im Iôji-Tempel ordiniert und nahm den Namen Bennei an.

1882 ging er nach Tokyo, um in den Tempeln Zôjôji, Asakusa-Ninrinji und Tabata Tôkakuji die buddhistischen Lehren zu studieren.

Im August 1883 soll Yamazaki im Yakushi-dô (Halle des Medizin-Buddhas) des Iôji 37 Tage lang das Nenbutsu praktiziert haben.

Danach praktizierte er das Nenbutsu-Sanmai (Samadhi) für zwei Monate auf dem Berg Tsukuba.

Ab 1884 las Yamazaki im Tempel Sôenji in Tokyo alle 7334 Sutren und kehrte 1886 in den Tempel Kogane Tôji zurück.

Während dieser Zeit verstarb sein Lehrer, so dass er zu dessen Gedenken ein 100tägiges Betsuji Nenbutsu („Nenbutsu zu einer besonderen Zeit“) durchführte. Yamazaki war 26 Jahre alt.

In dieser Zeit wurden Yamazakis religiöse Grundideen geformt und ausgeprägt.

Um Spenden für den Bau eines Tempels (Zenkôji) zu sammeln, schrieb Yamazaki u.a. Sutren und Lieder auf Reis- und Sesamkörner, und erstellte kunstvolle Bilder und Kalligraphien (in dem Bild auf der linken Seite bestehen alle Linien aus dem Amida-Sutra)

Daneben hielt er Vorträge und Rezitationen ab.

Im Dezember 1894 reiste Yamazaki zu den buddhistischen Pilgerstätten in Indien und kehrte im März 1895 zurück nach Japan.

Von da an widmete er sich bis zu seinem Tod 1920 der Lehrtätigkeit und Verbreitung seiner buddhistischen Weltanschauung, vor allem als Alltagshilfe und geistige Stütze für junge Menschen. 1897 ließ er ein von ihm verfasstes Buch mit Illustrationen zum Amida-Sutra drucken, das bis 1912 eine Auflage von 250.000 Exemplare erreichte

Das Buch wurde 1916 durch das „Nyorai Kômyô Raihaigi“, das „Buddhistische Stundenbuch zur Verehrung des Lichtglanzes von Amida Buddha“ ersetzt, das heute noch im Gebrauch ist.

1891 wurde der lang erwartete Zenkôji – Tempel gebaut, und Yamazaki wurde zum Assistenzpriester ernannt, um danach Priester zu werden. 1918 wurde er zum 61. Abt des Tômasan Muryôkôji Tempels der Jishû („Zeit-Schule“, von einem Schüler Hônen Shônins begründeter Zweig der Jôdo Shû) ernannt.

Er widmete sich jedoch hauptsächlich seiner Lehrtätigkeit und eröffnete im April 1919 das „Kômyô Gakuen“ („Lichtglanz-Institut“) , das heute noch als Weiterbildungs- und Ausbildungsinstitut „Kôyukai“ existiert.

Noch während der Meiji-Zeit gründete er verschiedene Jugendorganisationen. Yamazaki Bennei verstarb im Jahr 1920.

Basierend auf seiner Schrift „Nyorai Kômyôkai“ wurde die Kômyô-Bewegung ins Leben gerufen, die nach mehreren Neuorganisationen im Jahr 1956 zur „Kômyô-kai“ Stiftung zusammengeschlossen wurde.

Yamazaki Bennei lebte in einer sehr bewegten Zeit in Japan, in der der Shintôismus unter dem Einfluss des Nationalismus in der japanischen Regierung zur Staatsreligion deklariert wurde. Die über Jahrhunderte hinweg durch das Verschmelzen des Buddhismus mit der einheimischen Naturreligion Shintô entstanden Volksreligion wurde zur „Trennung von Göttern und Buddhas“ (jap. shinbutsu bunri) gezwungen. Im ganzen Land wurden zahlreiche buddhistische Tempel geschlossen oder gar zerstört, selbst im Kaiserpalast wurden buddhistische Symbole entfernt. Gleichzeitig verbreitete sich ab 1860 erneut das Christentum aus, und durch die Öffnung Japans für Handel und Verkehr kamen aus dem Westen technologische Neuerungen und Naturwissenschaften ins Land.

Yamazaki Benneis Kômyô-Lehre versöhnt diese verschiedenen Strömungen und Weltanschauungen miteinander.